Nächster Kurs
5. Oktober bis 29. November 2026 (Anmeldung ab 20. Juli bis 20. September 2026)
Der Abschlusstest findet in der letzten Woche der Kurslaufzeit statt.
Kursgebühr: 299,- € (10 % Ermäßigung für Studierende, RiA-Mitglieder im Vorpraktikum und Alumni der HAWK)
Wir vergeben für diesen Kurs ab jetzt auch 3 ECTS: Sie haben die Wahl zwischen unserem bisherigen qualifizierten Zeugnis oder einem HAWK-Zeugnis als Microcredential.
Gemalte Holzimitation auf Möbeln und Holzobjekten
Die Holzimitation gehört zu den frühesten Dekorationstechniken von Holzobjekten, die erhalten geblieben sind. Während ihrer Blütezeit im 19. Jahrhundert wurde sie international in einer breiten Bevölkerungsschicht geschätzt. Sie prägten das Aussehen von Möbeln, Innenausstattungen wie auch von Objekten im Außenbereich. Holzimitationsdekorationen wurden auf vielfältige Weise hergestellt, viele bedürfen heute einer Konservierung oder auch Restaurierung.
Kursinhalt
In dem Kurs lernen Sie die Geschichte der Holzimitationsmalerei kennen, aber auch andere Methoden der Holzimitationsdekoration auf Holzobjekten. Neben der Erläuterung der zur Holzimitationsmalerei verwendeten Farben und Werkzeuge erwartet Sie die wohl erste ausführliche Auswertung technologischer Quellen zu (technischen) Hilfsmitteln, die der Vereinfachung des Farbauftrags dienten. Nach einem kurzen Einblick in die restauratorische Untersuchung von Holzobjekten mit Holzimitationsmalerei und der Erläuterung der möglichen Schadensphänomene schließt der Kurs mit Ausführungen zur Konservierung und Restaurierung von Holzimitationsmalereien ab.
Die Module
- Das erste Modul startet mit einer Begriffsbestimmung und fasst zusammen, auf welchen Objekten und Trägern die Holzimitation aufgemalt wurde. Es stellt Ihnen die wichtigste deutschsprachige Literatur zum Thema vor.
- Im zweiten Modul wird die Bedeutung der Holzimitationsmalerei in verschiedenen Kulturepochen erläutert und die Änderungen in der Maltechnik in den zeitgeschichtlichen Zusammenhang gesetzt.
- Das dritte Modul stellt Ihnen die gängigsten Werkzeuge zur Herstellung von Holzimitationsmalerei in Fotos sowie kurzen Filmsequenzen mit Stefan Michels M.A. vor, sodass Sie ihre Anwendung und Handhabung gut nachvollziehen können. Weiterhin werden Ihnen die zur Holzmalerei am häufigsten verwendete Pigmente und Bindemittel erläutert, ergänzt durch eine Tabelle mit wichtigen historischen Rezepturen.
- Im vierten Modul werden Ihnen die Arbeitsschritte der am weitesten verbreiteten Technik dargestellt und die am meisten imitierten Holzarten aufgeführt. Sie lernen die Hilfsmittel und Techniken kennen, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts den Farbauftrag vereinfachten.
- Als Exkurs zeigt Ihnen Modul 5 die Bandbreite der anderen Verfahren, die bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Imitation von Holz auf Holzobjekten zur Anwendung kamen – von der Beize bis zu Abziehbildern. Sie sind auch wichtig, da sie zuweilen im Bezug zur gemalten Holzimitation stehen.
- Modul 7 erläutert Ihnen, welche restauratorischen Untersuchungen von Holzimitationsmalerei mit welchen Hilfsmitteln ohne Probenentnahme erfolgen. Zudem werden die wichtigsten Untersuchungen mit Probenentnahme gezeigt, insbesondere die rein phänologische (betrachtende) Analyse der Anschliffe.
- Das achte Modul stellt Ihnen die typischen Schadensphänomene an Objekten mit Holzimitationsmalerei vor. Dabei wird sowohl auf materialinhärente Schadensprozesse eingegangen als auch auf äußere Schadensursachen.
- Im Modul 9 werden unterschiedliche Ansätze zum restauratorischen Umgang mit Objekten mit gemalter Holzimitation diskutiert und darauf aufbauend Leitlinien zur Konservierung und Restaurierung aufgestellt.
Eine Handreichung zur Anwendung in der restauratorischen Praxis rundet den Kurs ab.
Die Autorin
Dipl.-Rest. Christina Duhme M.A. hat an der HAWK in Hildesheim, Fakultät Bauen und Erhalten, in der Fachrichtung Möbel und Holzobjekte studiert. Während ihrer freiberuflichen Tätigkeit war sie als Lehrbeauftragte an der HAWK Hildesheim und der Akademie der bildenden Künste Stuttgart tätig. Sie führt ein eigenes Atelier und befasst sich in ihrem beruflichen Alltag mit vielen unterschiedlichen Objekten, darunter auch Holzimitationsmalereien. Sie ist Co-Autorin des Kurses "Holzkunde: Eigenschaften -Verwendung -Schäden - Untersuchungsmethoden".
Kontakt
Fragen richten Sie bitte an fortbildung@hornemann-institut.de