In St. Michaels und Dommuseum erläutern Restaurierungs-Expert*innen ihre Arbeit

Am diesjährigen UNESCO-Welterbetag am 5.6.2016 lädt Hildesheim zu einem bunten Führungsprogramm durch St. Michaelis und Dom mit dem neuen Dommuseum ein. Auch das neue Welterbezentrum am Marktplatz öffnet seine Tore.

Auf Initiative des Hornemann Instituts der HAWK Hochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen stehen in diesem Jahr in St. Michaelis und Dommuseum Restaurierungs-Experten zu Gesprächen über ihre Erhaltungsmaßnahmen bereit. Dieser thematische Schwerpunkt passt gut zum Motto des Welterbetages „Welterbe vereint“, denn „Welterbe vereint“ auch in diesem Punkt: die Nutzer/innen, die unterschiedlichen Wissenschaften und Handwerke,wie auch die vielfältigen Sponsoren und Ehrenamtliche aus Stadt und Land. Die Erhaltung der einmaligen Kostbarkeiten ist nur gemeinsam hinzubekommen.  

 

In St. Michaelis wird Dipl.-Ing. Götz aus Sicht des Bauleiters die umfangreichen Sanierungen zwischen 2005 bis 2013 erläutern. Unter anderem geht es um die Absenkung des Fußbodens auf das originale Niveau von 1022, um die Tragfähigkeit dreier Säulen von 1015 und 1186 und um die Lösung der Wasserprobleme im Baugrund, die maßgebend für die Standsicherheit der Kirche sind. Götz leitete seit Mai 2007 die Instandsetzung im Auftrag der Ev.-Luth. Landeskirche Hannovers und ist heute noch in das Sicherheitskonzept zur Früherkennung der Schäden involviert.

Herausragende Kunstwerke

Zu den herausragenden Kunstwerken, die 1985 zur Aufnahme von St. Michaelis und Dom in die UNESCO-Welterbeliste führte, gehören die Chorschranke und die bemalte Holzdecke in der Michaeliskirche. Bei der Chorschranke aus dem Ende des 12. Jahrhundert wurde 2012 nach Voruntersuchungen die  Farbigkeit von 1857 wieder hergestellt. Die Bilderdecke aus dem 2. Viertel des 13. Jahrhunderts wurde 1999 vom Gerüst auf ihre mittelalterliche Substanz und Schäden untersucht und dies dokumentiert. Christina Achhammer ist die verantwortliche Restauratorin und wird u.a. über das Monitoring der Objekte sprechen.

Der Kreuzgang von St. Michaelis gehört zu den bedeutendsten Kulturdenkmalen Norddeutschlands und ist extra für diesen Tag von der Kirche aus zugänglich: Die erhaltenen Joche zeigen die 1000-jährige Geschichte der ehem. Benediktinerabtei, vom Aufbau des Großklosters unter Bischof Bernward über den Ausbau der Klosteranlage bis hin zu den Erhaltungsmaßnahmen seit dem 19. Jahrhundert. Barbara Hentschel und Erwin Stadlbauer berichten von seiner umfassenden Untersuchung, Sanierung  und Einhausung seit 1999.

 

 
Im Dommuseum wird die Wandmalerei-Restauratorin Nadia Thalguter erstmalig die Ergebnisse ihrer aktuellen Untersuchung an den beiden einzigen Wandmalereifragmenten aus dem romanischen Dom erläutern. Die Wandmalerei  datiert ins 12. Jahrhundert und stammt aus dem Westwerk. Von der umfassenden Ausmalung des Doms im Mittelalter zeugen noch Aquarelle von 1841.

Zu den vielen neu präsentierten Kostbarkeiten im Dommuseum gehören die sechs einmaligen Gobelins mit Szenen aus der Geschichte der Artemisia, die ihren Sohn in den Tugenden eines Herrschers unterweist: Um 1615 in Paris gearbeitet, wurden sie 1727 wohl für die Ausschmückung des Hildesheimer Domes gestiftet, aber dann im sog. Rittersaal am Domkreuzgang aufgehängt.
Für ihre jetzige Präsentation im Dommuseum wurden die großen Teppiche im Verlauf der letzten 20 Jahre aufwendig restauriert. Sabine Heitmeyer-Löns war die leitende Restauratorin und berichtet über die vielen Herausforderungen dieser Arbeit.